Gesellschaft - Warburg

Kursnummer Titel Start Datum Ort Dozent
V110710 Das Jahr 1968 - Vorgeschichte, Verlauf und Nachwirkung eines Epochenjahres 25.10.2017 Warburg, Am Markt 3 Christian Holtgreve

Das Jahr 1968 - Vorgeschichte, Verlauf und Nachwirkung eines Epochenjahres

Kursnummer: V110710
Dozent: Christian Holtgreve

Im vorletzten Semester der über vier Jahre laufenden Veranstaltung zum Thema # 68# werden wir vor dem Hintergrund unserer bisherigen Arbeit wieder verschiedene thematische Zusammenhänge näher betrachten und erörtern, die mit dem Begriff #68# angesprochen sind. Neue Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind jederzeit herzlich willkommen.
Am ersten Abend 'muss' zunächst ein bisschen Theorie sein: konkret wollen wir danach fragen, durch welche theoretischen Brillen #die 68er# die damalige Gesellschaft betrachtet haben, was sie also aus den Schriften der damals 'angesagten' Theoretiker und Professoren wie Marx, Marcuse, Adorno, Horkheimer, Bloch, Margarete und Alexander Mitscherlich u.a.m. übernommen haben, um die damalige (west-)deutsche Gesellschaft zu analysieren mit dem Ziel, sie zu verändern.
Im Mittelpunkt des zweiten Abends soll es darum gehen, einen, wenn nicht den zentralen Repräsentanten der Studentenbewegung, Rudi Dutschke, jenseits der gängigen Klischees ein wenig kennen zu lernen und näher zu betrachten, wie er argumentiert hat, welche Positionen er vertreten hat und wie er die gesellschaftliche Zukunft gesehen hat. Im Mittelpunkt des Abends wird das schon legendäre Interview stehen, das Dutschke mit dem damals sehr bekannten und geschätzten Journalisten Günter Gaus geführt hat.
Im Zentrum des dritten Abends wird das Thema # die 68er und die Medien # stehen: für #die# Presse, das Fernsehen waren die damaligen Entwicklungen und Prozesse Ereignisse, die vielfach bewusst skandalisierend aufgemacht wurden, ein #gefundenes Fressen#, das die Auflagen und Einschaltquoten steigen ließ (Uschi Obermaier und Rainer Langhans als die #Popstars# der Bewegung, Fritz Teufel als vermeintlicher Kasper der 68....). Für die Studenten waren die Medien sowohl eine Informations- und Mobilisierungsinstanz als auch ein Spiegel gesellschaftlicher Verhältnisse: die Springer-Presse erinnerte über ihr Leitmedium Bild nicht wenige an den "Stürmer", das Hetzblatt der Nationalsozialisten.
Am vierten Abend werden wir uns mit zwei Aspekten beschäftigen, die vielfach in arg verzerrter Weise z.T. bis heute als #typisch# für die APO/#68er# gelten: die vermeintliche sexuelle Befreiung und die sogenannte antiautoritäre Erziehung. Tatsache ist: Oswald Kolle und Beate Uhse gab es mit ihren Unternehmen schon vor 1968; und die sogenannte Kinderladenbewegung ist differenzierter zu betrachten, als sie in zahlreichen medialen Horrorgeschichten dargestellt worden ist.
Um Voranmeldung wird gebeten bis Mittwoch, 18.10.2017.

Mittwoch, 25.10., 8.11., 22.11. u. 06.12. jeweils 19.00-21.00 Uhr; Warburg, Am Markt 3 (Altstadt); 4 x 2,67 UE; Gebühr: 15,00 €